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Deutschland im 19. Jahrhundert
Deutschland wurde erst 1871 vereinigt. Bis dahin gab es verschiedene deutsche Staaten, unter denen Preußen und Österreich die stärksten waren. Österreich war auch die führende Kraft im österreichisch-ungarischen Reich, einem Vielvölkerstaat. Im Laufe des 19. Jahrhunderts gewann Preußen an Einfluß auf die anderen deutschen Staaten. Durch drei erfolgreiche Kriege (1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich, 1870 gegen Frankreich) gelang es Preußen, die deutschen Staaten (unter Ausschluß Österreichs) zu vereinigen. Am 18. Januar 1871 wurde das deutsche Reich gegründet, in dem Preußen die Vormachtstellung hatte. Der König von Preußen war zugleich der deutsche Kaiser
. Obwohl es ein Parlament, den Reichstag, gab, war Deutschland keine echte Demokratie. Die Regierung war nicht vom Parlament abhängig; das Kaiserreich wurde von einem Kanzler regiert, der vom Vertrauen des Kaisers abhängig war.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Deutschland rasch zu einem starken Industrieland. Viele Landarbeiter und Handwerker mußten Arbeit in den schnell wachsenden Städten suchen. Das Proletariat lebte in elenden Zuständen. Die Sozialdemokratie versuchte, die Lage der Industriearbeiter zu verbessern, aber die Konservativen (meistens Aristokraten) und Liberalen (Bürger) hatten Angst vor der ``roten Anarchie'' und waren deshalb nicht bereit, mit den Sozialdemokraten zusammenzuarbeiten. Aus dieser politischen Konstellation entstand eine Widersprüchlichkeit: das kaiserliche Deutschland hatte Anfang des 20. Jahrhunderts die stärkste und modernste Wirtschaft Europas, aber zugleich eine patriarchalische, hierarchische soziale Ordnung.
Der erste Weltkrieg (1914-18)
Im ersten Weltkrieg kämpften Deutschalnd, Österreich-Ungarn, und die Türkei(das ottomanische Reich) gegen England, Frankreich, Italien (1915-18), Rußland und die USA (ab 1917).
1914 begrüßten die meisten Deutschen den Krieg und alle politischen Parteien bewilligten Kriegskredite. Die Nation stand scheinbar geeint hinter dem Kaiser.
Auf den Schlachtfeldern West- und Osteuropas fanden Millionen den Tod. Wegen der Kosten des Krieges und der englischen Seeblockade mußte die deutsche Bevölkerung große Opfer bringen. Im Herbst 1918 war man zu Hause in Deutschland ernüchtert und erschöpft. An der Front ging es nicht besser. Die Westalliierten waren in der Offensive; deutsche Truppen mußten sich zurückziehen. Es gab wieder politische Spannungen, die Anfang November zu schweren Unruhen führten. Am 9. November 1918 dankte Kaiser Wilhelm ab. Damit brach der monarchische Staat zusammen. Vom Reichstag aus rief Philipp Scheidemann die ``Deutsche Republik'' aus. Zwei Tage später kapitulierte Deutschland.
Die Weimarer Republik (1919-1933)
Nach dem ersten Weltkrieg war die politische Lage in Deutschland instabil. Die Sozialdemokraten waren die führende Kraft in Deutschland, weil sie die größte politische Partei waren. Sie wollten die Wirtschaft und Gesellschaft reformieren. Andere progressivere Parteien wollten eine freie sozialistische Republik. Die Sozialdemokraten arbeiteten mit dem alten Militärapparat und der kaiserlichen Verwaltung zusammen, um eine Revolution nach russischem Vorbild zu verhindern. Es kam zu erbitterten Kämpfen zwischen Links und Rechts.  |
| Der Reichstag |
Wegen der politischen Unruhen in Berlin mußte die Nationalversammlung nach Weimar (einer Kleinstadt in Thüringen) ziehen, um eine demokratische Verfassung auszuarbeiten.
Die Weimarer Republik war von Anfang an mit einer Reihe von Problemen belastet:
-- Die Siegermächte diktierten Deutschland im Vertrag von Versailles harte Friedensbedingungen;
-- Deutschland mußte hohe Reparationen zahlen, was die Wirtschaftskraft der Weimarer Republik schwächte. 1922-23 erlebte Deutschland eine Inflation;
-- Deutschland mußte viele Gebiete im Osten des alten kaiserreichs abtreten
-- Die Nationalisten fanden sich nicht mit der Niederlage und dem Ende der Monarchie ab. Viele Rechte wollten die Monarchie wiedereinführen sehen. Rechtsradikale organisierten Putsche und ermordeten wichtige demoratische und progressive Politiker.
Zwischen 1924 und 1929 erholte sich Deutschland wirtschaftlich und deswegen genoß es eine Phase politischer Stabilität. Das Verhalten der Justiz und die Auseinandersetzung mit der Reichswehr zeigten jedoch, daß die Kontinuität der monarchischen (=republikfeindlichen) Kräfte noch nicht gebrochen war. Der Börsenkrach in New York löste eine Wirtschaftskrise in Deutschland aus. Die Depression riß alte politische Gegensätze zwischen Links und Rechts wieder auf. Beide Seiten versuchten, die parlamentarische Ordnung zu untergraben. Im Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler gewählt.
Wichtige Themen im Weimarer Kino:
- die Großstadt
- Kriminalität
- Autoritätsfiguren
- Angst
- Sexualität
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